Geschäftliche Websites — vom Freiberufler-Portfolio bis zum Shop — haben über die allgemeinen Basics (siehe „Rechtliches für jede Website") hinaus eigene Pflichten. Dieser Guide sammelt die wichtigsten.
Impressumspflicht: Pflichtangaben im Überblick
Geschäftsmäßige Websites brauchen ein vollständiges, leicht auffindbares Impressum:
- Name/Firma und ladungsfähige Anschrift (kein Postfach).
- Kontakt: E-Mail und z. B. Telefon.
- Bei Unternehmen: Rechtsform, Vertretungsberechtigte, Register + Nummer, USt-IdNr.
Tipp: Das Impressum muss von jeder Seite mit maximal zwei Klicks erreichbar sein.
Alle Details inkl. häufiger Fehler: „Impressumspflicht: Was auf deine Website gehört".
Rechtsform, Register und USt-IdNr.
Je nach Unternehmensform gehören zusätzliche Angaben ins Impressum:
- Rechtsform (z. B. GmbH, UG, GbR) und Vertretungsberechtigte.
- Registereintrag: Registergericht und Registernummer (HRB/HRA).
- USt-IdNr., falls vorhanden.
Berufsrechtliche Angaben bei reglementierten Berufen
Reglementierte Berufe (z. B. Ärzte, Anwälte, Handwerk mit Kammer) müssen zusätzliche Angaben machen:
- Kammer/Aufsichtsbehörde benennen.
- Gesetzliche Berufsbezeichnung und Staat der Verleihung.
- Ggf. die maßgeblichen berufsrechtlichen Regelungen verlinken.
Marken- und Namensrecht vor der Domainwahl
Prüfe vor der Domain- und Namenswahl, ob du fremde Marken oder Namen verletzt — das kann teuer werden:
- Markenrecherche (z. B. im DPMA-Register) für den Wunschnamen.
- Keine bekannten Firmen- oder Personennamen übernehmen.
- Im Zweifel eine Alternative wählen.
Pflichtangaben in geschäftlichen E-Mails
Geschäftliche E-Mails gelten wie Geschäftsbriefe — die Pflichtangaben müssen in die Signatur:
- Firma inkl. Rechtsform und Sitz.
- Registergericht und Registernummer, Vertretungsberechtigte.
- Bei Bedarf die USt-IdNr.
Verkauf im Netz: AGB, Widerruf und Preisangaben
Sobald du online verkaufst, gehören klare AGB und — gegenüber Verbrauchern — eine Widerrufsbelehrung dazu:
- AGB: Vertragsbedingungen transparent und vor Vertragsschluss zugänglich.
- Widerrufsbelehrung + Muster-Formular für Verbraucher.
- Button-Lösung: Bestellbutton eindeutig beschriften („zahlungspflichtig bestellen").
Preise müssen für Verbraucher klar und vollständig sein (Preisangabenverordnung):
- Gesamtpreis inkl. USt. ausweisen.
- Versandkosten und deren Höhe angeben.
- Lieferzeit nennen.
- Bei Mengenware: Grundpreis (z. B. pro kg/l) anzeigen.
Shop-Anbindung und Zahlungsdienstleister
Ein Onlineshop bringt zusätzliche technische und rechtliche Anforderungen mit:
- Zahlungsdienstleister wählen (Gebühren, Verfahren, Auszahlungsrhythmus).
- Sichere Bezahlung: PCI-DSS beim Dienstleister, HTTPS bei dir.
- AVV mit Zahlungs-/Shopdiensten abschließen, Datenschutzerklärung ergänzen.
Digitale Barrierefreiheit (BFSG) prüfen
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet seit Mitte 2025 viele Anbieter zu barrierefreien digitalen Angeboten:
- Betroffenheit prüfen: gilt vor allem für Verbraucher-Angebote (z. B. Shops); für Kleinstunternehmen gibt es Ausnahmen.
- Standards: an WCAG bzw. EN 301 549 orientieren (Kontraste, Tastaturbedienung, Alternativtexte).
- Umsetzung dokumentieren.
Wichtige Hinweise
Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit ziehe fachkundigen Rat hinzu.
